Григорьев, А. А. Материалы к физической географии северовосточной части Кольского полуострова / А. А. Григорьев. - Ленинград : Издательство Академии наук СССР, 1932. - 215, XX с., [4] вкл. л. ил. : ил., табл., карты ; 26 см. - (Труды Совета по изучению производительных сил. Серия кольская / Академия наук СССР ; вып. 4).

VIII A. A. GRIGO r T e V In der allerletzten Zeit sind Arbeiten erschienen, die ganz bestimmt auf die Moglichkeit des Vorkommens sehr rezenter Dislokationen auf der Halb- insel Kola hinweisen. So hat Tanner1 bewiesen, dass im finnischen Teil der Halb- insel Rybatschij die Verlagerungen der nachglazialen Uferlinien das Vorhanden- sein von Verwerfungen nachglazialen Alters festzustellen erlauben. Im erwahnten Fall betragt ihre maximale Schwankungsgrosse 20 m. Andererseits haben G. D. Richter2 und S. F. Jegorow3 festgestellt, das an der ostlichen Kiiste des Sees Boljschaja Imandra Merkmale ganz rezenter anscheinlich fast gegenwartiger La- geveranderungen, die zwar keine bedeutende Amplitude aufweisen, vorkommen. Die hier angefiihrten Daten beweisen, dass die uns interessierenden disjunktiven Dislokationen zu ganz verschiedenen geologischen Epochen, vom Palaozoikum an, stattgefunden haben konnten. Um das Problem des Alters der uns interessierenden Reliefformen konkreter aufzufassen, wollen wir uns der Analyse der obenbeschriebenen durch Verwerfung entstandener Einsenkungen zuwenden. Es lasst sich schwer vorstellen, dass im Falle eines grossen Alters dieser Gebilde, keine entsprechenden Ablagerungen sich am Boden der Seen, welche genannte Vertiefungen eingenommen hatten, gebildet hatten. Ware dies derFall gewesen, so ist es kaum anzunehmen, dass sie endgultig durch das Inlandeis der glazialen Epoche vollig vernichtet worden waren, da ein sehr ernstes Hindernis dazu in dem eigentlich abgeschlossenen Charakter erwahnter Kessell besteht. Dennoch, sind bis jetzt am Boden dieser Kessel gar keine Ablagerungen weder tertiaren noch vortertiaren Alters vorgefunden worden. Andererseits, kommen auf verschiedenen Elementen des Reliefs an den Gehangen dieser Einsenkungen and gewohnlich auf ihrem Boden glaziale Ablagerungen vor. Der ertse Umstand fiihrt uns zum Schluss, dass die Bildung der Einsenkungen nicht friiher als gegen Ende des Tertiars stattgefunden haben muss. Der zweite zeigt, dass die Vertiefungen, zur Zeit der maximalen Vergletscherung der Halbinsel Kola, bereits existiert haben. Alle hier angefiihrten Erwagungen, sowie auch die machtige Entfaltung der oroge- netischen Prozesse in der Tertiarzeit in Betracht nehmend, sind wir geneigt den Schluss zu ziehen, dass die Vermutung, die Ausbildung der Einsenkung soil gegen Ende des Tertiars sich ereignet haben, die grosste Wahrschein- lichkeit fiir sich hat. Dafiir sprechen auch folgende, schon rein morphologische Erwagungen und Tatsbestande. Wie bekannt, hat die Halbinsel Kola im Laufe des Postpliozans vielmals Anderungen der Erosionsbasis erfahren. Diese Anderungen waren mit den Erscheinungen der isostatisc’hen Hebungen und Senkungen des Festlandes sowie mit den eustatischen Schwankungen des Meeresspiegels verkniipft. Diese waren einerseits durch Belastung und Entla- stung durch Inlandeis des Skandinavischen Vergletscherungszentrums, sowie auch der Kola Halbinsel selber, und andererseits dursch die Anderungen der Wassermenge im Weltmeer wahrend der glazialen und interglazialen Epo- ehen bedingt. Die Richtung und Schwungbreite der Anderungen der Ero­ sionsbasis waren im ostlichen Teil der Halbinsel von denen des in nachster Nachbarschaft mit dem Skandinavischen Vergletscherungszentrum sich befin- denden westlichen Teiles wesentlich verschieden. War dort die Schwungbreite 1 V. Tanner. Etudes Jsur le sisteme quatemaire dans Ies parties septentrionales de la Fennoscandie IV. Sur les changements de niveau et les traits fondamentaux du developpement geographique apres l’epoque glaciaire de la Finlande aux confins de l’ocean glacial et sur l’homotaxie du quaternaire marin en Fennoscandie. Fennia, Bd. 53, 1930. 2 G . D. Richter. Zur Frage iiber die Entstehung des Reliefs der GegendBolschaja Imandra- Sammelschrift des Geogr. Oekonom. Instituts fiir das Jahr 19'2b. L. 1928. K S. F. Jegorow. Das Relief und die Ablagerungen der ostlichen Kiiste des Sees Bol- schaja Imandra. Arbeiten des Geomorphologischen Instituts dcr Akademie der Wissenschaften. H. I. L. 1931.

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