Мурманская биологическая станция. Работы Мурманской биологической станции Ленинградского общества естествоиспытателей / Мурм. Губисполком. – Ленинград : [б. и.], 1925. - 193 с., [1] л. карт.
- 188 — Die Ascidien besitzen zwei verschiedene Bewegungsreaktionen; 1) den Schutzreflex, der in einer raschen Schliessung beider S iphonen und bei den Arten C io n a , S ty e la und P y u ra , in einer Kontraktion der Langsmuskula- tur des Korpers besteht, 2) den von J o r d a n beschriebenen, Ejectionsreflex, w elcherzur Entfernung der Faeces resp. der Fremdkorper dient. Derselbe besteht in einer starken Kon traktion der g e samm ten Muskulatur bei offenem Analsipho oder beider Siphonen. Bei der (Jntersuchung des Schutzreflexes diente ein, auf die ins Aquarium versenkte Ascidie von verschiedener Hohe und mit bestimmter Frequenz fallen- der Wassertropfen als Reiz. Die Reaciionsstarke wurde: 1) durch den Kontraktions- grad und 2) die Kontraktionsdauer bestimmt. Es wurden untersucht: die Hohe der Reizschwelle, die Erscheinung der Reizsummation, die Summation der sub- minimalen Reize, die Erscheinung des Refraktarstadiums, die Abhangigkeit der Reaktion resp. des Refraktarstadiums von d e r Reizstarke resp. Reizfrequenz, die Ermiidungserscheinungen u. s. w. Zur (Jntersuchung der Beteiligung des Nervensystems wurde die Extirpation des Nervenganglions und die Durchschneidung der Nervenstamme ausgefuhrt. Die Entfernung des Nervenganglions hat die Verminderung der Reizbarkeit (L о e b), das Verschwinden der Reiztransmission von einem Sipho auf den a nderen ( M a g n u s ) , die Verminderung der Kontraktionsdauer und den progressiven Abfall des Muskeltonus zur Folge. Die gleichen Erscheinungen werden auf einem Sipho bei dessen Denervation beobachtet, wobei die Reizbarkeit des anderen, normalen Sipho stark erhoht wird. Der Ejectionsreflex wurde durch die Reizung der inneren Siphonoberflache hervorgerufen. Bei der Entfernung des Nervenganglions komm t eine Verminderung d er Erregbarkeit dieses Reflexes od er sogar dessen vollkommene Verschwindung auf zwei-drei Wochen zustande. Die Oberflache d er Ascidien wird dann mit den Fasces, die aus dem Analsipho durch die Tatigkeit des Flimmerepithels heraus- befčrdert werden, bedeckt. Zwei-drei Wochen nach der Extirpation des Nerven ganglions beginnt der Mantel fetzenformig sich abzulosen; spater regeneriert er wieder. DieTemperatur uebt einen grossen Einfluss auf die Erregbarkeit d esTieres aus. Spezielle Versuche haben gezeigt, dass als optimale T°, bei welcher die Erreg barkeit maximal ist, etwa 8—10° С an zu seh en ist. Die T° = 22“ C. paralysiert die Ascidie in drei Stunden, die T°=24° С in einigen Minuten. Demgegenuber gibt die Ascidie bei einer T° von 3° C. noch gute Kontraktionen, bei einer T° von 0° —1° tritt eine starke Kontraktion der G esamm tmuskulatur der Ascidie ein. Fiir die Mittelmeerascidien gibt J o r d a n als Optimum 21,5°—24° C., als Maximum 41° und als Minimum 9° C. an. Darauf wurde der Einfluss der Beleuchtungjauf die Erregbarkeit untersucht. Es hat sich herausgestellt, dass Beleuchtung die Erregbarkeit fiir mech a n isch e Reize erhoht. Lokalisiertes und geniigend starkes Licht—der von einem Spiegel zuriickgeworfene Sonnenstrahl — erscheint selbst als Erreger des Schutzreflexes, wenn die Ascidie dunkeladaptiert ist. Im Licht verm indert sich rasch die Erreg barkeit durch den Lichtreiz. Bei den Ascidien, welche des Nervenganglions beraubt sind, verschwindet die Bewegungsreaction auf das Licht. B e d ln g te R e fle xe . Als unbedingter Reflex diente bei dem Versuch, bedingte Reflexe zu bilden, die Schutzreaktion auf den mechanischen Reiz. Im Aquarium
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MTUzNzYz