Научные работы экспедиции на ледоколе "Малыгин" в Баренцовом море летом 1928 года / под ред. В. Ю. Визе. – Москва : Издательство Научно-технического управления ВСНХ СССР, 1929. - 111, [2] с., [3] л. черт., карты : ил., черт., граф., карты. - (Труды Института по Изучению Севера).
— 55 — wurden die Abweichungen der Temperatur des Oberflachenwassers im Barents-Meer vom vieljahrigen Mittel berechnet. Diese Abweichungen sind auf Fig. 13 zu finden. Fast das ganze Barents-Meer zeigte im Sommer 1928 eine positive Anomalie der Oberflachenwassertemperatur auf (die mittlere Anomalie ist gleich + 1 , 0 ° ) . Nur zwei kleine Gebiete—die Gewasser im Siiden von Svalbard und die Kiistenge- wasser im Petschora-Meer waren durch negative Abweichungen charakterisiert. Die positive Anomalie der Wassertemperatur im Barents-Meer im Sommer 1928 steht in gutem Einklang mit der Luftdruckverteilung im vorangegangenen Winter iiber dem Norwegischen Meer. Die Abweichungen der Luftdruckdifferenz Leningrad- Stykkisholmur vom vieljahrigen Mittel waren im Winter 1927—28 folgende (mm): XII I II III — 2,6 + 8 , 6 + 6 , 3 + 3 ,6 Somit begiinstigte die Luftdruckverteilung den Transport warmen Wassers ins Barents-Meer, was sich hier spater in der positiven Anomalie der Wassertemperatur ausserte. Die Analysen der Eistriften des „Malygin" im Sommer 1928 (es wurden hierbei der Ablenkungswinkel + - 40° und der Windfaktor 2,0 verwendet) geben einige Anhaltspunkte iiber die Oberflachenstromungen im Barents-Meer. An der Ostkuste der Hoffnung-Insel ergab sich eine bestandige Stromung nach S 39°W mit einer Starke von 10,8 cm/sec. Die Analyse der Trift zwischen 78°18'N— 32°10'E und 78°45'— 34°00'E ergab eine bestandige Stromung nach N 41° E mit einer Starke von 18,1 cm/sec. Somit scheint der nordliche Zweig des Nordkap- stromes wenigstens bis zum 79. Breitengrad vorzudringen, wobei er eine ostliche Komponente erhalt. Die Eistrift des „Malygin" langs der Ostkuste der Hoffnung-Insel erlaubte es auch die Elemente der Gezeitenstromungen annahernd zu bestimmen. Der Flutstrom geht hier nach N 65°E mit einer mittleren Starke von 0,55 Seemeilen in der Stunde und dauert 5 Stunden. Der Ebbestrom ist mit einer mittleren Starke von 0,68 Seemeilen in der Stunde nach S 49° W gerichtet und dauert Л 1/-, Stunden. Der Unterschied in der Starke und Dauer des Flutstromes und Ebbe- stromes ist durch die iiberlagende permanente Stromung nach SW zu erklaren. Die grosste Starke erreicht der Flutstrom I й 48™, der Ebbestrom 8'104m nach Kulmi- nation des Mondes. Wenn man annimmt, dass der Moment der maximalen Flut- stromung mit dem Moment der grossten Wassererhebung zusammenfallt (fiir das offene Meer ist ja diese Annahme mehr oder weniger gerechtfertigt), so stimmen die gefundenen Momente fiir die maximale Geschwindigkeit der Gezeitenstromungen bei der Hoffnung-Insel recht gut mit den Flutstundenlinien nach H a r r i s , F j e l d - s t a cf und S t e r n e с к iiberein. Die Gezeitenstrome an der Ostkiiste der Hoff- nung-Insel drehen mit dem Uhrzeiger. Der Verfasser halt es fur seine angenehme Pflicht fiir die freundlichst zuge- sandten Beobachtungen der norwegischen Schiffe im Barents-Meer den Herren Prof. H. U. S v e r d r u p , Prof. B. H e l l a n d - H a n s e n , Prof. K r o g n e s s und Dr. S. E v j e n seinen tiefsten Dank auszusprechen. Die Beobachtungen der norwegischen Schiffe iiber die Temperatur des Ober flachenwassers im Barents-Meer im Jahre 1928, zusammen mit solchen einiger russischen Schiffe, sind im Anhange zu finden.
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