Григорьев, А. А. Материалы к физической географии северовосточной части Кольского полуострова / А. А. Григорьев. - Ленинград : Издательство Академии наук СССР, 1932. - 215, XX с., [4] вкл. л. ил. : ил., табл., карты ; 26 см. - (Труды Совета по изучению производительных сил. Серия кольская / Академия наук СССР ; вып. 4).
XX A. A. GRIGORIEV Schneedecke dort sehr diinn ist, und dieses muss unumwunden die Pflanzen- welt und die Bodenausbildung sehr ungiinstig beeinflussen. Dadurch wird namlich intensives Durchfrieren des Bodens begiinstigt und, ferner, in Verbin- dung mit den beschriebenen, Ende des Winters und im Friihjahr auftretenden Temperaturbedingungen, auch enorme Verspatung im Auftauen des Bodens hervorgerufen, was zu einer weiteren Verkurzung der iiber dem Polarkreis hinaus schon ohnedies verkiirzten Vegetationsperiode, Verschlechterung der Drainage des Bodens u. s. w. fiihrt. Der hier geschilderte Charakter des Kli- mas der Terschen Kiiste ist mit den Eigenschaften der sie bespiilenden Ge- wasser des Polarmeeres ausserst eng verknupft. An dieser Kiiste der Halbin sel Kola, namlich, konzentrieren sich die kalten salzigen arktischen Gewasser, die sich nach dem Trichter des Weissen Meeres und in dessen Meeresstrasse begeben, wobei sie sich an dem Terschen Ufer, wo die grossten Tiefen sind, halten. Hierher gelangen verhaltnismassig geringe Mengen von Brack- wasser, welches aus dem Weissen Meere und dem Mesenskij Golf sich nord- warts begibt, da es unter Einwirkung der Rotation der Erde an das gegen- iiberliegende Ufer gedriickt wird. Im Zusammenhang damit betragt die Wassertemperatur am Terschen Ufer im Sommer hochstens 7— 8°, wahrend im Winter das Eis sich am langsten am diesem Ufer anhalt und erst im Mai Monat verschwindet. Dies sind die Hauptursachen der niederen Temperaturen an der Terschen Kiiste wahrend den Sommer und Fruhjahrsmonaten. Es unter- liegt keinem Zweifel, dass der Einfluss der hier erwahnten Bedingungen sich tief in das Innere der Halbinsel erstreckt, und zwar besonders im Sommer wahrend dessen dort uberall vom Meer wehende Winde vorherrschen. Die R e gion der westlichen Route befindet sich in anderen Bedingungen, da ihr Klima mit den milderen Bedingungen der Murmankiiste verbunden ist. Zwar werden diese Bedingungen dem ostlichen Ende der Kiiste zu schwacher ausgepragt, aber auch da behalten sie einige Spuren der warmenden Wirkung der nord- licher ziehenden warmen Stromung. Diese Tatsachen geniigen um, ohne in die Sachlage naher einzugehen, einen engsten Zusammenhang zwischen der am Osten unseres Gebiets beobachteten scharfen siidwartigen Verschiebung der Bodentypen- und Pflanzenverteilunggrenzen einerseits und dem klimati- schen Kontrast zwischen dem mittleren und dem ostlichen Teil der Halbinsel Kola andererseits festzustellen. In voller Ubereinstimmung mit der Rauheit der klimatischen Bedingungen der Terschen Kiiste steht auch noch der Um- stand, dass hier in nachster Nahe (bei der Ansiedelung Lumbowskyj im Be reiche der Lumbowka Talrinne, neben dem Flusse Sapadnaja u. s. w.) Firn- und Schneelager vorkommen, welche anscheinlich von Jahr zu Jahr bestehen und das allererste Embryonalstadium der Vereisung darstellen. Allem Obengesagtem ist noch hinzuzufiigen, das in der Ansiedelung Ponoj, welche 12 km vom Ufer entfcrnt und dabei in der Tiefe des Ponoj. Cannons liegt, dessen hohe Wande sie von der Einwirkung der Seewinde schiitzen, der Sommer bedeutend warmer als an der Kiistei st. Dieses weist deutlich darauf hin, dass weiter westwarts in der vom Norden durch die Kejwen und vom Suden durch den Riicken Patscherryj Tundra geschiitzten Ponojeinsenkung noch giinstigere klimatische Bedingungen bestehen und dass, folglich, die Kejwen in der Tat eine klimatische Grenze bilden. Dadurch wird auch der scharfe Unterschied im Charakter der Pflanzenwelt und ferner im Aussehen des Landes im allgemeinen erklart, der so stark in die Augen fallt, wenn man nach Durchqueren in der N-S Richtung des ostlichen Teiles der Halbinsel in das vom Fichten- und Fichten-Tannenwald bewachsene Ponoj- Tal gelangt.
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